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Skurriler konnte kaum ein Auto gezeichnet sein, doch der Ami 6 bewies wieder einmal die Experimentierfreudigkeit des Hauses Citroën. Am 24. April 1961 wird die kleine Limousine Ami 6 der Öffentlichkeit präsentiert. 1965 avanciert der Ami 6 zum meistverkauften Automobil Frankreichs. Das zunächst umstrittene Design mit der nach innen geneigten Heckscheibe stammt von Zeichner der futuristischen DS, Flaminio Bertoni.

Auch für dieses Modell übt sich Citroën in Wortspielen: „Ami“ heißt auf deutsch Freund, „l’ami six“ demnach „der Freund 6“. Der französische Zungenschlag lässt „la missis“ erklingen, zu deutsch „das Fräulein“. Der Ami 6 sollte die Lücke zwischen dem Oberklassemodell DS und dem spartanischen 2CV schließen. In Rennes La Janais entstand für den Ami Europas modernste Automobilfabrik. Bevor allerdings das erste Auto vom Band rollen konnte, galt es, das anspruchsvolle Pflichtenheft des Generaldirektors Pierre Bercot zu realisieren. Das Auto sollte einen großen Kofferraum, eine optimale Raumausnutzung und Komfort für alle Passagiere haben, die Fahrzeuglänge durfte jedoch vier Meter nicht überschreiten.

Erste Entwürfe basieren auf einer abgespeckten DS mit Hydropneumatik, doch der angestrebte niedrige Verkaufspreis lässt die aufwändige Federung nicht zu. Daher entschließt man sich, auf Basis der Plattform und Mechanik des 2CV ein Fahrzeug zu entwickeln. Die revolutionäre Einzelradaufhängung der Vorder- und Hinterräder paarweise an einem Längsfederelement wurde im Prinzip übernommen, aber für den nun schwereren und größeren Wagen angepasst.

Die Leistung des luftgekühlten Zweizylinder-Boxermotors auf Basis des 2CV wurde für den Ami 6 auf 602 cm³ mit 19,5 PS gesteigert. Die Fliehkraftkupplung des 2CV wurde entsprechend der stärkeren Leistung modifiziert. Das Interieur lehnte sich stark an das der DS an. Die eigens von Cibie konstruierten rechteckigen Scheinwerfer verleihen dank kleiner Zusatzreflektoren 28 Prozent mehr Lichtausbeute im Vergleich zu konventionellen, runden Scheinwerfern.

Auf Kritik reagierte das Werk schnell und spendierte dem Ami 6 bereits im September 1961 hintere Schiebefenster sowie einen von außen zu öffnenden Kofferraumdeckel. Bei den ersten Exemplaren musste der Kofferraum über einen Seilzug an der inneren Fondsitzbank geöffnet werden. Nach zweimaliger Leistungssteigerung wurde der Ami 6 im März 1969 durch den Ami 8 abgelöst. Die Break-Variante des Ami 6 wurde noch einige Monate weiter produziert. Statt eines Stufenhecks hatte der Ami 8 ein Schrägheck. Citroën bot auch eine Kombiversion an. Der Ami 8 wurde bis 1978 gebaut.

Citroën Ami – das Fräulein von Bertoni

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