So etwas hatte die Welt noch nicht gesehen, was auf dem Pariser Salon im Oktober 1955 von Citroën präsentiert wurde: die neue DS. Betrachtet man den zeitlichen Kontext, so musste dieses neue Automobil von einem anderen Stern kommen. So sah es wohl auch der französische Philosoph Roland Barthes. Er schrieb 1957 in einem Essay über das neue Auto, es sei „offenkundig vom Himmel gefallen“.


Ab 1957 wurde der Göttin ((la) déesse) – Citroën favorisierte Wortspiele – das Einsteigermodell ID (l´idée) zur Seite gestellt. Mit reduzierter Ausstattung und weniger technischen Gimmicks sollte die ID die Herzen der ehemaligen Traction-Avant-Kundschaft zurück gewinnen. Dieses Fahrzeug revolutionierte in Form und Technik die Automobilgeschichte, vor allem das Auge wurde vor dem Einsteigen erst einmal verwöhnt mit einer Linienführung, die eleganter nicht sein konnte.

Auch heute hat die Göttin nichts von ihrer Wirkung eingebüßt. Die Karosserie ist zeitlos gestaltet, erinnert mehr an ein Kunstwerk als ein schlichtes Auto. Die DS hat viele Väter, doch für die Form und Interieur verantwortlich zeichnet der Italiener Flaminio Bertoni, der mehr als nur ein Automobil-Designer war. Zu seinen Professionen zählten genauso die Bildhauerei und die Architektur. Offensichtlich die richtige Mischung, um ein automobiles Kunstwerk zu schaffen.
 

Neben dem stromlinienförmigen Design faszinierte ein ganzes Bündel technischer Raffinessen. Der Konstrukteur André Lefèbvre gab der DS die hydropneumatische Federung, die Servolenkung und Scheibenbremsen vorn, ein Bremssystem, das weltweit zum ersten Mal in einem Serienfahrzeug verwendet wurde, mit auf den Weg. Zwei unabhängige Bremskreise, die als Hochdruckservobremse über die Zentralhydraulik mit Druck versorgt wurden, perfektionierten die Bremsanlage. Das halbautomatische Getriebe war seiner Zeit ebenso weit voraus wie das charakteristische Einspeichen-Lenkrad. Später kamen noch Frontscheinwerfer hinzu, die synchron zur Lenkung die Kurven ausleuchten können. Citroën setzte damit Maßstäbe im Automobilbau.

André Lefèbvre galt außerdem als Liebhaber von neuen und exotischen Materialien und als Kunststoff-Narr. So bestand das Dach der DS aus diesem neuartigen Werkstoff. Weiter verbaute er 100 Kilogramm Aluminium, etwa bei der Motorhaube, dem größten damals in Serie gefertigten Aluminium-Karosserieteil.

Die vom 4. Oktober 1955 bis zum 24. April 1975 produzierte ID/DS erreichte eine Stückzahl von 1.456.115 Fahrzeugen. 1969 mutierten die ID zu den so genannten D-Modellen, da sich ihre einst reduzierte Ausstattung der DS ziemlich angenähert hatte.

Citroën ID/DS - „Offenkundig vom Himmel gefallen“

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